Deutsches SchiffahrtsmuseumAm “Tag
der offenen Tür” wurde das ganz besondere Exponat von Werner Kinkartz, Leiter
des WSA Bremerhaven, an Dr. Ursula Warnke, zweite Direktorin des DSM, übergeben
Sie zählte zu den ersten ihrer Art – und ist nun die
letzte, die ihre Position, rund 2½ Seemeilen westlich vom Leuchtturm „Roter
Sand“ entfernt, verlassen musste: Die letzte Glockentonne des Weserreviers.
Schon 1875 wurde eine Vorgängerin dieses Seezeichens, das einen wichtigen
Kurswechselpunkt zum Jadefahrwasser markierte, ausgelegt. Damit war sie die
zweitälteste überhaupt in deutschen Küstengewässern. 1887 gab es insgesamt
sechs Schalltonnen, die dem zunehmenden Seeverkehr des ausgehenden 19.
Jahrhunderts als wichtige Navigationshilfen bei der Ansteuerung der
Küstenreviere dienten. Nur eine davon befand sich im Bereich der Deutschen
Bucht: Es handelte sich um die Vorgängerin der besagten Glockentonne 9.
Das Wasser- und
Schifffahrtsamt Bremerhaven nahm sein 130jähriges Bestehen, das mit einem „Tag
der offenen Tür“ gefeiert wurde, zum Anlass, dieses maritime Relikt dem
Deutschen Schiffahrtsmuseum zu übergeben. Punkt 11.00 Uhr wurde der
rot-grün-rote Koloss per Kran vom Deck des Tonnenlegers Bruno Illing auf die
Kaje des Tonnenhofes gehievt, unter reger Anteilnahme des zahlreich
erschienenen Publikums.
Werner Kinkartz, Leiter des
WSA Bremerhaven, übergab das imposante Seezeichen dann offiziell an Dr. Ursula
Warnke, zweite Direktorin des DSM. Sie bedankte sich für das einzigartige
Exponat, das nun seine letzte Position dauerhaft im renommierten
Forschungsinstitut erhalten wird. Zugleich gab sie ihrer Freude darüber
Ausdruck, eine ihrer ersten Amtshandlungen sozusagen in der Nachbarschaft
vornehmen zu können. Anschließend gab Dr. Christine Keitsch noch einen kleinen
Überblick über die Geschichte der Glockentonne.
Werner Kinkartz betonte, dass die Technik im Bereich
des Seezeichenwesens eine rasante Entwicklung gemacht habe. Mittlerweile sei man
dabei, so der Leiter des WSA, bei den Leuchttonnen zunehmend auf Solartechnik
zurück zu greifen, die sich mittlerweile im Einsatz unter den rauen Bedingungen
auf See gut bewährt habe und einen erheblich geringeren Wartungsaufwand
voraussetze als die ursprüngliche Gasbefeuerung.
Abbildungen: WSA
Bremerhaven, Egbert Laska, DSM.
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