Presse-Info-Service
Info Nr. 07/08 vom 27.05.2008


HAVARIE IN DER KAISERBALJE

Deutsches Schiffahrtsmuseum und Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege untersuchen archäologischen Wrackfund

Die Ladung ist noch erkennbar, aber vom Schiff sind nur letzte Reste erhalten. Am Donnerstag, dem 22. Mai, dokumentierten das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege und das Deutsche Schiffahrtsmuseum Bremerhaven ein im Hohe-Weg-Watt havariertes Küstentransportschiff, das Backsteine an Bord hatte. Es war im vergangenen Jahr vom Ehepaar Bargmann aus Fedderwardersiel beim Fischen entdeckt und der Denkmalbehörde gemeldet worden. Es handelt sich um ein Plattbodenschiff vom Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts, das in den vergangenen Jahren am Rande eines Priels in der Kaiserbalje freigespült wurde und in absehbarer Zeit zerfallen wird.

An den Fundort im Watt gelangten die Archäologen mit Unterstützung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Wilhelmshaven, das den Transport der Forscher und ihrer Geräte mit dem Tonnenleger SCHILLICH und einem Schlauchboot übernahm. Vor Ort musste die Dokumentation in rund zwei Stunden erfolgen, denn länger fällt das Wrack nicht trocken. Mit Hilfe von Stereofotografie und eines Diktiergerätes gelang es in dieser kurzen Zeitspanne, alle wesentlichen Details zu dokumentieren.

Das Wrack ist noch etwa 15 m lang und 3 m breit. Es handelt sich um ein „ewerartiges“ Plattbodenschiff, von dem nur die Bodenwrangen und Spanten sowie Reste der Außenbeplankung erhalten sind. Im hinteren Bereich sind auch letzte Reste der Ladung erhalten, die aus Bockhorner Klinkern bestand.

Dr. Ursula Warnke, Direktorin des Deutschen Schiffahrtsmuseums, und Dr. Jana Esther Fries vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege freuen sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit. Weitere Forschungs-projekte und die Kooperation bei der Untersuchung von Schiffsfunden sind geplant.

Weitere Auskünfte erteilen:
Dr. Ursula Warnke, Deutsches Schiffahrtsmuseum, Tel. 0471 / 48207-67, warnke@dsm.museum;
Dr. Jana Esther Fries, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Tel. 0163 / 2494790, jana.fries@nld.niedersachsen.de.
 
Die Mitarbeiter des Deutschen Schiffahrtsmuseums Bremerhaven und des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege bei der Arbeit. Blick auf die Ladung des Schiffsfundes.
(Für druckfähige Auflösung bitte die Bilder anklicken.)




Pressedienst • Dr. Ursula Warnke • Hans-Scharoun-Platz 1 • D-27568 Bremerhaven • Telefon +49 471 482070 • Telefax +49 471 4820755 • presse@dsm.museumwww.dsm.museum
Der Info-Service wird vom DSM herausgegeben und erscheint unregelmäßig bei Bedarf. Die Veröffentlichung ist kostenfrei; wir bitten jedoch um Übersendung eines Belegexemplares.


zurück